von Renate Holzapfel

Das Archiv Frauenleben im Main-Kinzig-Kreis e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte und die Erinnerungen von Frauen zu sammeln, aufzubewahren und lebendig zu halten. Diese Sammlung von Erlebnissen von Auswanderinnen, die zwischen 1945 und 1985 ins außereuropäische Ausland gingen, soll dazu beitragen.

Das Buch entstand aus einem Projekt zur Spurensuche nach Frauen, die in der Nachkriegszeit und während des Kalten Krieges ausgewandert sind. In den von Zeitzeuginnen verfassten Berichten gewähren diese Einblicke in ihre Erfahrungen. Das Beispiel der Kleinstadt Wächtersbach, die in dem Buch stellvertretend für so manche Gemeinde steht, zeigt eine erstaunlich hohe Zahl von Frauen die es wagten, weg zu gehen.

Zielländer der Frauen waren Argentinien, Australien, Chile, Mexiko und die USA. Alle Übersee-Auswanderinnen in dieser Sammlung kamen aus der hessischen Kleinstadt Wächtersbach und ihren Stadtteilen. Gemessen an den Einwohnerzahlen überrascht die große Zahl von Frauen, die im genannten Zeitraum weg gingen. Sie verließen eine Lebenswelt, in der jeder jeden kannte, auch wenn Weltkriegsflüchtlinge die Einwohnerzahl fast verdoppelt und die engen Beziehungen der Bevölkerung etwas gelockert hatten. Die Frauen erlebten, dass die soziale Kontrolle kleinstädtischer Verhältnisse noch weitgehend funktionierte. Wer den damals spektakulären Schritt der Auswanderung wagte, stieß somit auf rege Anteilnahme, positiv wie negativ.

Für das Projekt schrieben 16 dieser Frauen ihre Erfahrungen auf, Hinterbliebene steuerten Erinnerungen und Nachrufe bei. Die Lebensläufe sind vielfältig und bieten eine spannende Lektüre, die voller Unternehmungsgeist, Mut und Beharrlichkeit ist. Mit zahlreichen Fotos und einem einleitenden Artikel der Projektleiterin Renate Holzapfel, Kulturanthropologin und Migrations-Expertin, bietet das Buch einen fesselnden Beitrag zur Dokumentation der Geschichte von Frauen.

91 Seiten, Paperback

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9,00€