Wilhelm Hey (1789 - 1854) war Pfarrer, Lehrer, Lied- und Fabeldichter. Bekannt wurde er durch seine Werke „Fünfzig Fabeln für Kinder“ (1833) und „Noch fünfzig Fabeln für Kinder“ (1837), beide mit Illustrationen von Otto Speckter. Sie wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Wilhelm Hey benutzte die Fabel in ihrer traditionellen Form. Die kurze, belehrende Erzählung, in der Tiere menschliche Eigenschaften oder Eigenheiten besitzen und wie Menschen handeln, war vor allem im Humanismus verbreitet. Sie dient dazu, im „lustigen Lügenkostüm“ (Luther) Wahrheiten zu vermitteln. Die Handlung zielt dabei auf eine Schlusspointe hin, die eine allgemeingültige Moral verdeutlicht.

Er war ein guter Beobachter seiner Umwelt, des Miteinanders von Mensch und Tier, vor allem von Kindern und Tieren. Auch in seinen Fabeln können Tiere sprechen - mit Menschen oder Tieren anderer Art - sind aber nicht so weit vermenschlicht, dass sie etwa Kleidung tragen. Wenn sie auch manchmal Charaktereigenschaften symbolisieren, so wirken ihre Verhaltensweisen doch immer schlüssig in ihrer Art begründet. In seinen Erzählungen drückt sich eine starke Liebe zu Tieren, zur „Kreatur“ aus, die er als Gottesgeschöpfe sieht, die als eigenständige und zu respektierende Lebewesen anerkannt werden müssen, da jedes seine Aufgabe in der Welt hat.

Otto Speckter (1807 - 1871), ein Zeichner und Radierer, war ein bekannter Buchillustrator seiner Zeit. So illustrierte er u.a. Luthers „Kleinen Katechismus“, den „Gestiefelten Kater“ und Grimms Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“.

Seine Bilder stellen die in der Fabel beschriebene Situation oft mit vielen liebvoll arrangierten Hintergrunddetails dar. Menschen und Tiere erscheinen niemals statisch, sondern in ihrem natürlichen Bewegungsablauf.

104 Seiten, Paperback, 100 Bilder

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